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Ideentag

Ideentag

Die Kirche rollt den roten Teppich aus: Dieser symbolträchtigen Einladung des Pastoralverbunds Höxter zum Ideentag  für die Kirche von morgen sind am Samstag viele Menschen gefolgt. Sie  verwandelten  die Räumlichkeiten der Dechanei  in eine Zukunftswerkstatt, in der Aufbruchsstimmung und Bodenhaftung  einander nicht ausbremsten, sondern impulsgebende Akzente setzten.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung für den Pastoralverbund hatten Steuerungsgruppe und Pastoralteam die Menschen dazu ermutigt, ihre Ideen einzubringen. Schließlich galt es, die drei   Richtungsziele - „Wir öffnen uns für die Lebenswelt der Menschen“, „Wir suchen neue Gelegenheiten zur Auseinandersetzung mit dem Glauben“ und „Wir spüren die Nöte der Menschen auf und vernetzen die Helfer“ – mit Vorschlägen für  konkrete Maßnahmen und Projekte auf die Schiene zu bringen.

Die Maßnahmen, die die Gäste an die Stellwände hefteten, hatten eines gemeinsam: Die Menschen wollten keine Luftschlösser bauen. Es sind realisierbare und gleichwohl  innovative Vorschläge, die das Potenzial besitzen, auch kirchenfernere Menschen für Christus und seine frohe Botschaft  zu gewinnen. Beispiele: Gottesdienste an anderen Orten (Stichwort Waldkirche), Bikergottesdienste, Segnungsgottesdienste für Verliebte, Fahrzeugsegnungen für Bobbycars und Co, Gottesdienste von Jugendlichen für Jugendliche. Ein  Bibelcamp mit Zelten, ein kleiner ökumenischer Kirchentag, Familienkreise,  Theaterprojekte für junge Menschen oder generationenübergreifend und ein Kunstprojekt für Jugendliche (Kreuzweggestaltung) mit anschließender Ausstellung sind weitere Vorschläge. Sie alle fanden sich unter dem  Ziel „Neue Foren für Glaubensgespräche“ wieder. Einer der Besucher kann sich Höxter  als ökumenisches  Zentrum der Kirchenmusik vorstellen.

An dieser Stellwand kristallisierte sich heraus, dass es immer mehr darauf ankommt,  Ã¼ber Erlebnis-Angebote Menschen zu erreichen. „Gemeinsame Aktionen bringen die Kirche ins Gespräch und ermutigen über  direkte Mund-Propaganda andere, die nicht dabei waren, beim nächsten Angebot mitzumachen“, so der Tenor.

Anlaufstellen zu schaffen – Geschäftsstelle statt Pfarrbüro, ein Kaffeeautomat im Vorraum der Dechanei, aber auch Hausbesuche bei Einsamen und Älteren  – diese Anregungen erfüllten das Ziel, sich den Lebenswelten der Menschen zu öffnen, mit konkreten Ideen.  An dieser Stellwand brachten Besucher  aber auch die neuen Medien ins Spiel:  ein Facebook-Profil oder spirituelle Impulse zu festen Zeiten auf der Homepage des Pastoralverbundes. Und: Jugendarbeit zu vernetzen und auch neue Angebote zu schaffen (ein offener Treff, der auch ökumenisch sein kann), sei ebenfalls Gebot der Stunde.

Dass es bei aller Innovation aber auch darum gehen muss, bestehendes Engagement zu würdigen und zu bündeln,  anstatt um jeden Preis das Rad neu zu erfinden – darüber bestand am Ende des Tages Konsens.  Der Spagat zwischen Bewährtem und neuen Impulsen war Thema, als es um die Ideen für das Richtungsziel „Not aufspüren“ ging.  Dekanatsjugendreferent Bernhard Leifeld, der den Tag moderierte, brachte schlussendlich präzise auf den Punkt, worauf es ankommt: „Wir müssen Raum bewahren für das, was ist, aber unsere Kraft auch in neue Ideen investieren, sonst haben wir keine Zukunft.“   In die Zukunft weisen Impulse wie Besuchsdienste im Altenheim, für die  die Schulen ins Boot geholt werden können,  „Praktika“ etwa von Firmlingen im Seniorenheim oder beim „Höxter-Tisch“ sowie ein Gesprächskreis für Alleinerziehende.

Der Ideentag selbst hat Eindruck hinterlassen: „Wir finden es gut, dass wir in der Kirche so mitreden können“, kommentierten Besucher die Einladung, sich einzubringen. Pfarrdechant Ludger Eilebrecht sieht in dieser Öffnung der Kirche ein großes Potenzial: „Die Aufmerksamkeit und Wertschätzung den Menschen gegenüber – das ist etwas, womit wir punkten können.“ Als „Türöffner“  zur Zukunftswerkstatt leisteten im Eingangsbereich der Dechanei  die Helferinnen wertvolle Dienste, die die Gäste mit Kaffee und duftenden Waffeln herzlich empfingen.  Dabei gewannen sie eine zentrale Erkenntnis: „Die Menschen müssen ab einem gewissen Punkt abgeholt werden. Wir müssen diesen Schwellenbereich einladend gestalten und die Menschen ansprechen.“

Die nötige Aufbruchsstimmung dazu ist da. Der Tag war von großer Lebendigkeit geprägt. Steuerungsgruppe und Gesamtpfarrgemeinderat werden die gesammelten Ideen jetzt sichten, sortieren, schriftlich fixieren und in die Gemeinden hinein tragen.

Fotos vom Ideentag finden Sie hier.

(Sabine Robrecht)