St. Nikolai, Höxter
St. Nikolai
Hier finden Sie Informationen zu unserer Innenstadt-Gemeinde St. Nikolai.
Zunächst ein kleiner historischer Überblick:
Die Nikolai-Kirche wird in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt, als dritte der Höxteraner Pfarreien (nach der Kilianikirche und der Petristiftskirche).
Ihre ursprüngliche Lage befand sich am nördlichen Rand der Stadt, in der Stadtmauer beim Nikolaitor.
Durch die 1533 in Höxter eingeführte Reformation erfuhr sie eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde am 9. Juli 1533 evangelisch, MItte des 17 Jahrhunderts gibt es Jahrzehntelang keinen Pfarrer. Noch wurde die von Armen wöchentlich zum Singen geistlicher Lieder genutzt, war aber dem Verfall preisgegeben.
1662 wurde die verkommene Kirche wieder von Katholiken in Gebrauch genommen. Durch den "Gnaden- und Segensrezess" von 1674 wird St. Nikolai zur Kollegiatkirche erhoben; der Pfarrer ist für die nächsten Hundert Jahre zugleich Stiftsdechant des Petristiftes und führt den Titel "Pfarrdechant" auch nach der Stiftsaufhebung 1779 bis heute weiter.
Die Kirche wird bis Ende des 17 Jahrhunderts durch den Einsatz von Pfarrdechant Krafft wieder instandgesetzt und in barockem Stil ausgestattet. Einige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden in St. Nikolai beigesetzt. Nach dem 7-jährigen Krieg verschlechtert sich erneut der bauliche Zustand. Die Kirche wird verlegt, 1767/68 wird der alte Bau abgerissen. Bereits 1766 wurde der Grundstein für die neue Kirche am Markt gelegt, die am 17. November 1771 durch Fürstabt Philipp von Spiegel zum Desenberg eingeweiht wird.
Neben der Kirche und den feierlichen Gottesdiensten spielt die Sorge für Bedürftige und Kranke eine immer größere Rolle im Gemeindeleben. Mitte des 19. Jahrhunderts entstehen die "Heitmann'sche Krankenanstalt" als Vorläufereinrichtung des späteren Nikolai-Krankenhauses (Heute Seniorenhaus), das im 1977 neu errichteten St. Ansgar-Krankenhaus aufging, und ein Waisenhaus, das unter Pfarrdechant Tewes zum "Haus Nazareth", betreut von SChwestern der christlichen Liebe, ausgebaut wird. Tewes kümmerte sich auch um den Ausbau des Schulwesens mit der katholischen "Selecta". Auch zahlreiche Gründungen von katholischen Vereinen und Bruderschaften bestimmen das ausgehende 19. und das beginnende 20. Jahrhundert. Bis heute prägen die daraus hervorgegangene Kolpingfamilie, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, der St. Cäcilien-Chor und die Caritas sowie eine aktive Frauenpastoral das Gemeindeleben.
In Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wächst die Stadt und die Pfarrei durch starken Zuzug so sehr an, dass in den 60er Jahren eine neue Kirche im Petrifeld gebaut und die neue St. Peter und Paul-Gemeinde errichtet wird.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts werden die Pfarrgemeinden in Höxter, Corvey und auch in Boffzen (Bistum Hildesheim) in einem Pastoralverbund zusammengeführt und arbeiten nunmehr in vielen pastoralen Feldern eng zusammen.
Heute liegt die St. Nikolai-Gemeinde zentral in der Fußgängerzone und zieht immer wieder zahlreiche Passanten an. Im Sommer sind die Türen zum Markt weit geöffnet; Blumen am Portal und zur Besinnung einladende Hintergrundmusik begrüßen die Besucher. Wöchentlich findet ein Eucharistisches Gebet statt, und eine zentrale Sonntag Abend - Messe für alle Christen auch der umliegenden Gemeinden findet hier ihren Ort.
St. Nikolai ist auch aufgrund seiner Lage ein Ort für öffentliche Gebetsanlässe, etwa im Bereich der Ökumene oder Gebetswachen bei gesellschaftlichen Anliegen.
Ein Eine-Welt-Laden im rückwärtigen Raum hat an Markttagen geöffnet.
Immer wieder werden auch Konzerte, Ausstellungen und andere Formen der verkündigenden Kultur gepflegt.
St. Nikolai ist ein Ort zeitgemäßer City-Pastoral, mitmenschlicher Begegnung und vielfältiger Gottesdienstformen von traditionell bis experimentell. Vor allem aber ist es ein Ort der Gegenwart Gottes im Herzen der Stadt.



